Interview mit Thomas Metzler (Mai 2011)


(c) Thomas Metzler | Mortician

Die Vorarlberger Metalband MORTICIAN, die mit ihrem Erstlingswerk "No War" bereits vor 24 Jahren zu den beliebtesten Rockbands in unserem Lande zählte, begeben sich nun wieder ins Studio, um an ihrem Nachfolgewerk zu arbeiten. Vor ihrer Abreise hatte ich noch die Möglichkeit, Gründungsmitglied und Gitarrist Thomas Metzler zu kontaktieren.



Ihr habt am Wochenende beim Metalheadz Open-Air in Augsburg gespielt.
Wie ist es euch ergangen?



Es war super beim Metalheadz Open-Air. Tolles Ambiente, gute Bands und an der
Organisation gab es nichts zu bemängeln. Leider gab es ab 18 Uhr Regen und
daher etwas weniger Zuschauer als erwartet.





Wenn man eure letzten Konzerte anschaut, könnte man fast meinen, ihr seid mehr in Deutschland unterwegs als bei uns. Sind eigentlich auch ein paar Konzerte innerhalb Österreichs geplant?


Ja, jetzt spielen wir am 26. Mai mit VICIOUS RUMORS in Innsbruck, am 25. Juni mit RHINO
BUCKET in Satteins und am 12. August in Schnifis bei der Rocknacht. Also wir schauen
doch, dass die österreichischen Fans nicht zu kurz kommen. Aber wir spielen sehr
gerne in Deutschland und freuen uns schon auf das Swordbrothers-Festival.






© Mortician | www.mortician.at



Im Internet sind bereits neue Songs wie "Worship Metal" oder "Reflection of your Soul"
zu hören. Wie es scheint, seid ihr eurem 80er Power Metal-Sound treu geblieben...



Ja, von stampfigen Mitgröhlsongs bis Speedsongs ist alles vertreten. Klar, dass wir
nicht mehr so wie vor 24 Jahren klingen, aber in diese Richtung sollte es doch
gehen. An Abwechslung mangelt es jedenfalls nicht.





Das ist auch wichtig, denn ab Juni soll es wieder ins Studio gehen...


Ja. Und wir freuen uns schon sehr auf den Studioaufenthalt.
Am 2. Juni geht es ab nach Polen ins Studio von Bart Gabriel.






© Thomas Metzler, Patrik Lercher | www.mortician.at



Kannst du uns schon ein paar Fakten zum kommenden Album verraten?


Auf der CD werden 8 neue Songs zu hören sein, der Titel ist noch geheim. Eventuell werden wir noch ein paar Live- Tracks auf die CD bringen. Ist aber noch nicht fixiert. Aber wir wollen den Fans auf alle Fälle was bieten.




Du und euer Frontmann Daniel Khan haben ja auch einige Jahre bei ART OF FEAR gespielt und einige Alben herausgebracht. Ist die Gefahr nicht groß, dass sich euer Sound zu sehr an der letztgenannten Gruppe orientiert?


Klar kann es vorkommen, dass mal ein Riff nach ART OF FEAR klingt, aber der Sound von MORTICIAN ist 100% Metal und kein Thrash oder so. Auch singt Daniel bei MORTICIAN anders als bei ART OF FEAR. Die Bands werden daher klar getrennt.




(c) Mortician
Maxi Single 1987 | CD-Release 2009



Bereits vor 1½ Jahren wurde euer Langzeitklassiker "No War" von eurem neuen Label PURE STEEL RECORDS weltweit wieder veröffentlicht. Seid ihr mit der Zusammenarbeit und den CD-Verkäufen zufrieden?


Die Zusammenarbeit mit Pure Steel ist super und mit den Verkäufen sind wir zufrieden.
Wenn man bedenkt, dass die Sachen alle zwischen 1987 und 1989 aufgenommen
wurden...





Es war auch mal von einer Veröffentlichung auf Vinyl die Rede. Kommt die noch?


Wie du sagst, war mal von einer Vinyl-Version die Rede. Leider schaut es eher
schlecht aus. Habe von Pure Steel in dieser Richtung auch nichts mehr gehört.
Wichtig ist aber jetzt die neue CD.






© Mortician 2009 | www.mortician.at



Um noch kurz bei den glorreichen Zeiten zu bleiben: Einer der damaligen
Höhepunkte war sicher das Konzert mit SEPULTURA und SODOM in Wien.
Speziell SEPULTURA spielten an diesem Abend überhaupt das allererste
Mal in Europa! Wie hast du den Gig von 1989 in Erinnerung?



War ein cooler Gig. Wir wurden von den Wiener Fans wie Stars empfangen.
SEPULTURA haben über unser Schlagzeug gespielt, da unseres viel besser
war...lustig, was? Sie haben voll abgeräumt und es hat viel Spaß gemacht.




Wie seht ihr das mit der Namensgleichheit der amerikanischen Band MORTICIAN.
Die wurden ja bekanntlich erst um 1989 gegründet - zu dem Zeitpunkt, als ihr schon
das zweite Demo und die Maxi draußen hattet. Hattet ihr diesbezüglich Kontakte
mit den Amis?



Nein. Der einzige Kontakt war, dass ich die Jungs 2001 auf dem Wacken Open Air auf der Bühne gesehen habe. Da ihr Sound aber so verschieden ist und es uns seit 1983 gibt, erwarte ich da auch keine Probleme.





© Thomas Metzler | www.mortician.at



Ihr hattet damals noch das erwähnte zweite Demo "Break the Rule" eingespielt, ein paar Monate später war dann aber Schluss. Warum habt ihr die Band eigentlich aufgelöst und ART OF FEAR gegründet?


Es gab mehrere Probleme. Patrik hatte - zusätzlich zur Arbeit - 5 Mal in der Woche Schule
und ein Plattenvertrag war auch keiner in Sicht. Somit war das Ende leider absehbar.
Danach habe ich PSYCHO HOLIDAY gegründet, welche später in ART OF FEAR
umbenannt wurden.





Eure Kollegen von SPEED LIMIT, die in den 80er Jahren zur gleichen Zeit ihre Werke veröffentlichten, haben mit ihrem neuen Album die TOP 30 der deutschen Rockcharts erreicht. Wie siehst du die Chancen für MORTICIAN in der Zukunft?


Ich denke, dass viel von der neuen CD abhängt. Ich hoffe, dass die Produktion sehr gut wird, dann ergibt sich hoffentlich alles von selbst. Vom Einstieg in die Charts ist da keine Rede. Wichtig ist, dass die Fans und wir mit der neuen CD zufrieden sind. Auch Live schaut es gut aus. Im nächsten Jahr sind schon wieder Gigs fixiert.



Abschließende Worte?


Wir wären sehr froh, wenn wir mal im Osten von Österreich spielen könnten. Anfragen könnt ihr gerne an aofguitar@hotmail.com richten. Und schaut mal auf unsere Webseite www.mortician.at! Ansonsten sage ich nur noch: METAL FOREVER!!!!



Danke für das Interview.



AUSTROROCK 2011 USED BY PERMISSION