Interview mit Medina Rekic (Juni 2011)



(c) Medina Rekic


Zu den interessantesten Rockgitarristinnen unseres Landes zählt Medina Rekic.
Die 20-jährige Tirolerin, die neben Klaus Schubert bei den ROCK BUNNIES die
Gitarre bedient, ist nebenbei auch Sängerin bei der Formation THE GLAMOUR
STREET. Höchste Zeit, die überaus talentierte Musikerin zu interviewen.



Euer neues Album "Speedmachine" ist vor drei Monaten weltweit auf Pure Rock Records veröffentlicht worden. Wie ist denn die CD angekommen?


Unsere CD-Präsentationen im Westen und im Osten haben bestätigt, dass eine hohe Nachfrage besteht und wir über die Landesgrenze hinauswachsen können. Der Support ist unfassbar. Unser Plattenlabel aus Deutschland hat uns Albumreviews aus der ganzen Welt geschickt - aus Internetplattformen oder Rock-Hardrock-Metal Musikzeitschriften. Klaus hat sogar Interviews für brasilianische und spanische Magazine gegeben.




Was anfänglich als Sideprojekt von Klaus begann, entwickelt sich inzwischen immer mehr zum erfolgreichen Hauptact. Kann man davon ausgehen, dass ihr mit den ROCK BUNNIES fix weitermachen werdet oder wird das Ganze noch immer als Projekt mit Auslaufzeit betrachtet?


Wir sind so fasziniert von den Ereignissen, die sich in den letzen Jahren abgespielt haben, dass wir es nicht mehr als Sideproject bezeichnen. Wir stecken so viel Herz und Energie in diese Band, da kann ich nur sagen, dass wir noch lange nicht von der Bildfläche verschwinden werden.





© Klaus Schuberts Rock Bunnies | www.schuberts-rockbunnies.com



Mit eurer Single "On A Better Way" habt ihr einen richtigen Hit gelandet, bei dem ihr sogar Schiffkowitz von STS gewinnen konntet. Wie kam es zu dem Treffen?


Schiffi ist schon seit Ewigkeiten ein guter Freund von Klaus, daher reichte ein Anruf und die Zusammenarbeit war ausgemacht. Ganz simpel und einfach.




Wie ergeht es dir, wenn du mit Musikgrößen wie Schiffkowitz, Hubsi Trenkwaldner,
Klaus Schubert oder Markus Lindner im Studio arbeitest?



Die Herrschaften sind mir um einiges voraus, jedoch bereichert es mich, mit ihnen mittlerweile mehr oder weniger auf demselben Level arbeiten zu können. Das Hineinschnuppern macht irrsinnigen Spaß und ich lerne sehr viel dabei.





© Medina Rekic | www.facebook.com/medina.rekic



Du spielst ja neben Klaus die zweite Gitarre. Kannst du da noch deine eigenen
Einflüsse einbringen oder ähnelt es schon eher einer Auftragsarbeit?



Die KS ROCK BUNNIES wären nicht die KS ROCK BUNNIES, wenn man nicht selber seinen Stil miteinbringen könnte. Klaus ist immer sehr erfreut, wenn ich mit Zerlegungen auf der Gitarre oder fingerbrechenden Griffen daher komme und sie einbaue. Andererseits liebe ich es auch, Riffs mit Klaus gemeinsam zu spielen, die er mir zeigt und beibringt. Zweistimmig zum Beispiel. Es ist für mich spannend, weil ich mithalten möchte. Bugs und die Hasen sagen sogar schon manchmal zu mir: "Du spielst, als hättest du Eier bis zum Boden". Hahahahaha.




Von dir stammt ja auch die die wunderschöne Ballade "Let Me Down". Ein toller Song,
der mich vom Melancholischen her ein wenig an deine anderen Bands erinnert...



Ich habe den Song akustisch bei einem Konzert von mir gespielt und Klaus wollte ihn sofort mit den BUNNIES live spielen. Dann sind wir im Studio gewesen und haben den Song gleich fürs Album aufgenommen. Wir sind sehr stolz darauf und ich freue mich immer, wenn ich mit dieser grandiosen Band einen meiner Songs an die Leute rauslassen kann.





© Medina Rekic | www.schuberts-rockbunnies.com



Du bist ja auch Gitarristin u. Sängerin bei THE GLAMOURS STREET.
Beschreibe mal den Stil der Band...



Wir sind eine Dreier-Besetzung, bestehend aus Bass, E-Gitarre, Vocals, Schlagzeug und Synthesizern. Es wird immer über den Stil diskutiert. Schwer. Ich nenne es New Wave - Alternative - Post Rock mit Blues-Einflüssen.




Nachdem dein Mitstreiter Joey die Band im letzten Jahr verlassen hat, hast du erst vor kurzem das Line-Up mit zwei Bandmitgliedern von BLACKOUT PROBLEMS ergänzt.
Was waren die Gründe zur Aufstockung der Band?



Dazu gibt es eine kleine Geschichte: Thomas Lechner, ein Booker aus München, hat für HUNTER VALENTINE, Freunde aus Toronto/Kanada, eine Europatour gebucht und eine Woche vor deren Konzert in München hat er mich gefragt, ob ich mit meiner Band als Support spielen möchte. Ich stand an diesem Tag ohne Musiker da, habe die Show aber zugesagt. Gleich darauf habe ich die Jungs von BLACKOUT PROBLEMS gefragt, ob sie mir für den Abend aushelfen können. Marcus und ich haben fast jeden Tag zwei Stunden geprobt. Mario lebt und studiert in München, daher hat er die Songs als Mp3s bekommen und zuhause gelernt. Somit haben wir beim Konzert in München unsere erste Probe gehabt. Es ist keinem aufgefallen und wir waren sehr froh, dass es so gut geklappt hat. Ich muss hinzufügen, dass Marcus bei BLACKOUT PROBLEMS eigentlich Bassist ist, jedoch jedem den Eindruck vermittelt, als hätte er schon immer Schlagzeug gespielt.





© The Glamour Street | www.facebook.com/theglamourstreet



Ist das nur für den Moment oder bleiben die Jungs fix?


Wir spielen seit November zusammen und es hat mit beiden Bands auch immer recht gut geklappt. Aber mir ist klar, dass die Jungs bei BLACKOUT PROBLEMS zuhause sind und dort intensiv weitermachen sollen. Ich werde daher THE GLAMOUR STREET mit neuen Musikern machen.



Eure Band ist seit 2006 live unterwegs und ihr hattet bereits einige wichtige Auftritte in Deutschland, Dänemark, Slowenien und der Schweiz. Außerdem sollen jetzt auch einige Italien-Shows folgen. Geht sich das neben den ROCK BUNNIES - mit denen du ja auch bei uns unterwegs bist - überhaupt noch aus?


Es hat sich bis jetzt zwei Mal so ergeben, dass ich ROCK BUNNIES-Konzerte nicht mitspielen konnte, weil ich mit THE GLAMOUR STREET einen wichtigen und großen Auftritt hatte. Wir versuchen natürlich alles so zu buchen, dass wir uns nicht in die Quere kommen, aber manchmal geht's halt nicht anders.





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Wie kommt ihr eigentlich bei unseren Nachbarländern an?


Deutschland mag uns, so wie es aussieht, ganz gerne. Wir hatten die Ehre bereits auf drei "Christopher Street Day"-Paraden zu spielen. Das war 2008 in Köln , 2009 in Berlin und letztes Jahr in München. Steffi List, die Dritte bei Stefan Raabs SSDSDSSWEMUGABRTLAD-Bewerb, hat uns den Veranstaltern für das "Cologne Pride" vorgeschlagen und ich habe kurze Zeit darauf eine Anfrage in meinem Posteingang gehabt und bin als queere Musikerin in die CSD Welt eingetaucht. Es ist wunderschön, wenn man Respekt und Toleranz mit seiner eigenen Musik zeigen und vor Hunderten von Menschen spielen kann. Unsere Clubgigs im Ausland - ich liebe Slowenien - waren oft sehr gut besucht. Und dann gibt es auch Konzerte, wo man vor zehn Leuten spielt. Und genau diese Konzerte sind super spannend und toll, weil sie einen fürs Leben prägen. Speziell mich, weil ich jeden Einzelnen fesseln möchte. Wenn man ein richtiger Musiker ist, gibt man mehr als 100 Prozent. Die Italien- und Schweiz-Shows waren übrigens auch immer super!! Das aufregendste und größte Konzert war aber das CSD an der Siegessäule in Berlin vor 170.000 Zuschauern.




Euer erstes Album "Introducing The Famous" erschien im April 2009.
Arbeitet ihr bereits an einem Nachfolger?



Ich habe mittlerweile genügend neue Songs, die auf ein Album gehören. Bald nehme ich bei Andy Brunner (NO BROS, KS ROCK BUNNIES) ein Demo-Album auf, mit dem ich dann hoffentlich im Herbst in ein Studio gehen kann, um das Nachfolgealbum aufzunehmen. Interessenten bitte melden!





© Medina Rekic | www.facebook.com/medina.rekic



Du hattest vor THE GLAMOUR STREET bereits eine Band namens FINNAN HADDOCKS, mit der du die CD "A Story About" veröffentlicht hast und die eigentlich ziemlich erfolgreich war. Schließlich wurdet ihr beim AUSTRIAN NEWCOMER AWARD unter die 8 besten Bands in Österreich gewählt....


FINNAN HADDOCKS - das war eine der besten und wichtigsten Zeiten in meinem Leben. Wir waren damals Österreichs Newcomerband und wurden, wie du richtig gesagt hast, mit dem AUSTRIAN NEWCOMER im Jahre 2006 honoriert. Unser Album hat sich knapp 1000 mal verkauft, für eine junge Teenie-Band - finde ich - nicht schlecht. Ich hab nur noch ein paar Exemplare zuhause. Sebastian ist im Jahre 2008 verstorben (R.I.P.), Rene ist mittlerweile vom Schlagzeug zur E-Gitarre gesprungen und ist der Lead-Gitarrist von GARAGEDAYS, eine Metalband aus Tirol, die vor kurzem noch auf dreiwöchiger Europatour mit MASTER war. Die Jungs sind gerade ganz stark im Kommen, also haltet die Ohren offen.




Ich habe auf deiner Homepage gelesen, dass dir Bands wie PLACEBO oder HATEBREED gefallen. Wie findest du - im Gegensatz dazu - ältere Rockbands wie zum Beispiel NO BROS?


Ich liebe URIAH HEEP, RAINBOW usw. und NO BROS. Klaus schickt uns immer wieder Videos von einigen seiner Helden, da komm ich gar nicht drum herum. Und ich liebe die Musik!!! Ich liebe es auch live diesen Stil zu spielen! Die Bands, die ich mir alle anhöre, passen nicht in das ganze Interview. Ich könnte gar nicht aufhören...




O.K., dann belassen wir es an dieser Stelle. Ich wünsch dir jedenfalls
weiterhin viel Erfolg mit beiden Bands und bedanke mich für das Interview.




AUSTROROCK 2011 USED BY PERMISSION